11/10/2012

BACHELORARBEIT-JUDITH WIDAUER/HANNES LECHNER

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Die Stadt Maribor sieht sich selbst – wie die meisten europäischen Städte – als Zentrum Europas, sucht im Rahmen des Wettbewerbs „2112architectural intelligence – 100year city“ aber nach Ideen, um sowohl national, als auch innerhalb der Europäischen Union tatsächlich als solches wahrgenommen zu werden.
Da es schwierig und fragwürdig wäre, etablierte Standorte, zum Beispiel Industriehochburgen, ersetzen oder übertrumpfen zu versuchen, stellt die Idee ein neues Zentrum durch die Entwicklung einer Universität des 21.Jahrhunderts zu schaffen, einen Ansatz dar, der es Wert ist genauer durchdacht zu werden. Eine Universität, die sich speziell mit den Fragen der näheren Zukunft auseinandersetz, wäre in dieser Form einzigartig. Anstellen klassischer Fächer, sollen Experten aus verschiedensten Fachgebieten zusammenfinden, kommunizieren, Wissen austauschen und ihre Fähigkeiten erweitern.
Die beherrschenden Themen des kommenden Jahrhunderts werden jene sein, die uns auch heute schon sehr stark beschäftigen – Umwelt, Effizienz und Nachhaltigkeit. Mehr als je zuvor gilt es mit möglichst intelligent eingesetzten Mitteln große Dinge zu vollbringen. Natürlich will und darf dabei niemand auf den in den vergangenen Jahrzehnten gewonnenen Wohlstand und Komfort verzichten. Dies zu gewährleisten ist die Aufgabe gestalterischer Disziplinen, wie der Architektur, für die gebaute Umwelt und die Lebensräume zuständig, sowie des Designs, welche für die Gestaltung und Ausformulierung der täglich verwendeten Gegenstände verantwortlich zeichnet. Intelligentes Bauen und Gestalten können einen erheblichen Teil dazu beitragen, in einer in vieler Hinsicht besseren Welt zu leben.
Unser Entwurf unterstützt und fördert die Zusammenarbeit und Forschung innerhalb dieser Disziplinen, indem das klassische Konzept der in sich abgeschlossenen Räume aufgelöst wird. Eine Trennung ist grob vorhanden, die Strukturierung erfolgt eher in privat – öffentlich, als in einzelne Gebiete bzw. Bereiche. Außerdem laden wir neben den universitär forschenden und arbeitenden Personen auch die Öffentlichkeit ein, den Campus zu besuchen und den Entwicklungsprozess zu beobachten bzw. zu bereichern.
Der Öffentlichkeit bietet der Campus zum einen eine Bibliothek, Zugang zu Parkanlagen, sowie auch eine schnellere Verbindung von den südöstlich gelegenen Stadtteilen mit dem Rest der Stadt. Durch vereinfachte oder verkürzte Wege werden diese öfter begangen, zufällige Begegnungen nehmen zu und erhöhen so den Austausch von Wissen und Information.

Entgegen gängiger Praktiken entsteht unser Entwurf nicht direkt, die Arbeitsweise lässt sich wohl am besten als digitaler Materialismus beschreiben. In einigen analogen Versuchen wurde die Herangehensweise entwickelt und im zahlreich durchgeführten, digitalen Experiment weiter erforscht. Das Wegenetz wird im Modell von einem sehr elastischen Stoff aufgespannt – neben den „pinpoints“, also jenen Punkten, an denen der Stoff gehalten wird bzw. das Wegenetz an die Stadtstrukturen anknüpft, wird auch der Stoff selbst definiert. Parameter sind Materialität des Stoffes, aber auch Position und Größe der Einschnitte, welche später den Raum und die Position der Gebäude definieren.
Steht das Wegenetz fest, wird eine ebenfalls elastische Schicht von unten hindurchgedrückt, wobei eine große Stärke der digitalen Versuchsreihen zu tragen kommt. Im Gegensatz zum analogen Versuch, können auch Stoffe mit differenzierter Materialität verwendet, sowie undichte, also perforierte oder geschlitzte simuliert werden.









Bachelorarbeit von JUDITH WIDAUER und HANNES LECHNER
institut für experimentelle architektur.hochbau 
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